Kinesiologie

Gesundheit ist körperliche, geistige und seelische Harmonie.
Dr. John Thie 

Kinesiologie ein Diagnose- und Therapieverfahren der alternativen Medizin, das sowohl Elemente aus der chinesischen Medizin, als auch der Chiropraktik, Ernährungs- und Bewegungslehre berücksichtigt. Ziel ist die Wiederherstellung eines gesunden Energieflusses im Körper. Es wird davon ausgegangen, dass sich seelische und körperliche Störungen in einem plötzlichen Nachlassen der verfügbaren Haltekraft der willkürlichen Muskulatur äußern. Mittels sogenannten Muskeltests werden u. a. Funktionsstörungen von Körperregionen, Medikamente und Allergene, aber auch Therapieerfolge untersucht. Sie ist im wesentlichen eine Körperfeedback-Methode. 

Kinesiologie bedeutet "Lehre von der Bewegung". Wenn die Lebensenergie im Körper optimal fließt, befindet sich der Mensch in einem gesundheitlichen Gleichgewicht. Wird dieser Fluß durch Erkrankungen oder äußeren Einflüssen gestört, wird der Körper geschwächt. Diese Schwächung spiegelt sich in der Reaktion von Muskeln auf einen Reiz wieder. Physische und psychische Vorgänge im Menschen zeigen sich im Funktionszustand seiner Muskeln.

Mit dem sogenannten Muskelwiderstandstest kann der Kinesiologe diagnostizieren, was den Körper belastet und mit welcher Methode das gesundheitliche Gleichgewicht wieder hergestellt werden kann. Die Kinesiologie geht von der Grundannahme aus, dass der Körper in seinem Nervensystem und im Zellgedächtnis alles gespeichert hat, was zur Erkrankung führte - und dass niemand besser als der eigene Körper weiß, was als Unterstützung zur Heilung benötigt wird.

Beim Muskeltest bittet der Kinesiologe den Klienten seinen Arm im rechten Winkel zur Seite zu halten. Zur Einstellung auf den Klienten stellt der Therapeut ihm einige eindeutige Fragen, dessen Antworten bereits bekannt sind. Währenddessen legt der Kinesiologe dann seine Hand auf dessen Handgelenk und versucht, den Arm gegen den Widerstand des Klienten nach unten zu drücken. Normalerweise kann dieser dem Druck ohne weiteres standhalten.

Zur Diagnose hält der Klient entweder in der anderen Hand eine Substanz (z.B. Nahrungsmittel, Arzneimittel) oder er legt die Hand auf einen möglichen Problembereich des Körpers. Über die Art des Muskelwiderstand kann der erfahrene Kinesiologe herausfinden in welcher Form der Körper beeinflusst wird. Ein geschwächter Muskel weist beispielsweise auf ein Problem in dem fraglichen Bereich oder mit der Substanz hin.

Je nach Ausbildung des Anwenders wird in begleitende-, coachende- und therapeutische Kinesiologie unterschieden. Diese werden u.a. in folgenden Bereichen eingesetzt: Als Lernberatung, zur Selbstentfaltung, in der ganzheitlichen Medizin, im Coaching, zur Leistungsoptimierung im Sport, zum Abbau von Ängsten und anderen Konflikten und Blockaden, im Stressmanagement, zur Gesundheits-Prävention, in der Psychotherapie, wie auch im Management und in der Organisationsberatung.

Varianten der Kinesiologie

Seit der Entstehung der Kinesiologie wurden verschiedene erweiterte Ansätze entwickelt, deren einzige Gemeinsamkeit der Muskeltest ist. Sie soll nicht nur das "richtige" Medikament für den Patienten bestimmen oder Unverträglichkeiten und Allergien diagnostizieren können, sondern auch psychische Blockaden und Probleme. 

Verbreitete Varianten sind: 

Angewandte Kinesiologie

Die angewandte Kinesiologie (Applied Kinesiology) wurde 1964 vom Chiropraktiker Dr. George Goodheart begründet. Er entdeckte, dass sich physische und psychische Vorgänge im Menschen auch im Funktionszustand der Muskeln zeigen. Daraufhin entwickelte er den Muskelwiderstandstest, ein körpereigenes Rückmeldesystem, mit dem es möglich ist, Blockaden im Energiefluss aufzuspüren.

Durch das Testen der Muskelstärke und gezielter Fragestellungen kann der Kinesiologe in einen Dialog mit dem Körper des Klienten treten und gezielt Diagnosen stellen oder Blockaden lösen. Die Testergebnisse ("verriegelt" oder "entriegelt" bzw. "ja" oder "nein") lassen Rückschlüsse zu auf eventuelle Energieblockaden bzw. auf Einflüsse, denen die getestete Person gerade ausgesetzt ist.

Die "Angewandte Kinesiologie" macht sich u.a. auch das Energiemodell der chinesischen Akupunktur zunutze. Dieses beruht auf den Beziehungen zwischen den Energiebahnen im Körper (Meridianen) und bestimmten Organen. Goodheart erkannte, dass Meridiane und Organe darüber hinaus auch mit jeweils ganz bestimmten Muskeln in Verbindung stehen. Letztlich geht es der "Angewandten Kinesiologie" darum, energetische  Ungleichgewichte oder Störungen zu identifizieren und auszugleichen. Über die Rückmeldung des Muskeltests, gelingt es dem Therapeuten dann, die richtige Therapie für den Patienten zu finden. 

Touch for Health

Der Begründer des Touch for Health, Dr. John Thie war ein Weggefährte von Dr. George Goodheart. Von ihm stammt der Ausspruch “Gesundheit ist körperliche, geistige und seelische Harmonie.“. Seine Intention war es, auch Laien den enormen gesundheitlichen Nutzen der "Angewandten Kinesiologie" zugänglich zu machen, den sie für sich und ihre Familien bei der Gesundheitsvorsorge nutzen können. 

Touch for Health ist das inzwischen bewährteste und weltweit am meisten verbreitete System der Kinesiologie. Es verbindet das naturwissenschaftliche Wissen der modernen westlichen Medizin mit Kenntnissen der chinesischen Medizin (Akupunktur). Zur Diagnose wird der Muskeltest der Kinesiologie eingesetzt, um dann mittels Massage lymphatischer Reflexpunkte, Halten bestimmter Körperpunkte, Massagen von Muskelpartien und Reflexzonen, Ausstreichen der Meridiane und energetische Übungen einen Energieausgleich zu erzielen.  

Edu-Kinestetik (kurz für Educational Kinestetik) und Brain Gym

Die Edu-Kinestetik beschäftigt sich mit Lernschwierigkeiten und verwandten Problemen wie Hyperaktivität. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren von dem amerikanischen Pädagogen Paul Dennison entwickelt. Er war der Überzeugung, dass Kinder Lerninhalte schneller aufnehmen, wenn sie mit bestimmten Bewegungen den Energiefluss im Körper und die Vernetzung der Gehirnhälften verbessern. Der wohl bekannteste Teil dieses umfassenden Systems ist das Brain-Gym. Dabei handelt es sich um Übungen, die das Gehirn stimulieren und die gesunde Zusammenarbeit der Gehirnhälften wieder herstellen sollen. Ziel ist es, die Selbstwahrnehmung, die Freude und die Leichtigkeit im Leben und beim Lernen zu fördern. 

Three In One Concepts (3-in-1)

"Three  in One Concepts" ist eine Entwicklung der Amerikaner Gordon Stokes, Daniel Whiteside und Candance Callaway. Ursprünglich konzipiert für Menschen mit Lernstörungen, entwickelte es sich zu einem System, das heute in vielen Lebensbereichen Anwendung findet. Die Methode geht davon aus, dass negative Emotionen aus Vergangenheit oder Gegenwart negative Auswirkungen auf den gesamten Menschen haben. Die daraus resultierenden Blockaden verursachen negative Auswirkungen, die als Unwohlsein in verschiedenen Auswirkungen gespürt wird. Durch das Erkennen und die Auflösung von emotionalem Stress sowie die Integration der drei zentralen Ebenen Körper, Geist und Seele werden positive Impulse für Gesundheit und ganzheitliches Wohlbefinden gesetzt. Energieungleichgewichte werden auf allen Ebenen sanft gelöst und durch aktive Selbsthilfe ausgeglichen.   

Hyperton X

Diese Variante der Kinesiologie wurde ursprünglich von Frank Mahony für Sportler entwickelt und stellt eine leicht erlernbare Methode zum Entspannen der gesamten Körpermuskulatur dar. Über den Muskeltest werden überspannte (hypertone) Muskeln identifiziert, die tiefgreifende Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. Über bestimmte Formen der Dehnung wird der hypertone, überspannte Zustand korrigiert und aufgehoben.